Wer kontrolliert die Bioforscher

01.12.2006 | Berlin

Biowaffen sind seit über 30 Jahren verboten. 155 Staaten haben sich der UN-Konvention angeschlossen. Doch was fehlt, sind wirksame Maßnahmen zur Überprüfung des Verbots. Die Folge: Militärs und Terroristen finden Zugang zu den Labors der Mikrobiologen und versetzen die Welt mit hochgefährlichen Erregern in Angst und Schrecken.

Wie kann die Biowaffenkonvention besser umgesetzt werden? Die Frage beschäftigt Vertreter der Vertragsstaaten vom 20.11. bis 8.12. in Genf. Sie wollen vor allem den Wissenschaftlern mehr auf die Finger schauen. In der Diskussion: ein Verhaltenskodex für Wissenschaftler, der verhindert, dass Biologen und Mediziner sich zu Handlangern des Terrors machen lassen.

Wissenschaftler allerdings fordern mehr Freiheit und Geld, nach dem Motto: Wer sich schützen will, muss forschen, auch mit Erregern von Pocken, Gelbfieber etc. So wie in dem EU-Projekt Anthrax-Euronet: Es vernetzt Bioforscher, die einen Impfstoff gegen den Milzbranderreger entwickeln wollen.

An welchen brisanten Projekten arbeiten Forscher in den Hochsicherheitslabors? Was weiß man über die Bioforschung in totalitären Staaten? Kann ein verantworlicher Forscher zwischen ziviler und militärischer Nutzanwendung trennen? Und wie erfolgversprechend ist ein Code of Conduct für Bioforscher?

Die WPK lädt ein zum Hintergrundgespräch "unter drei" mit:

Prof. Stefan H. E. Kaufmann (Berlin)
Direktor am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, Vorsitzender des Forschungsverbundes "Anthrax-Euronet"

Dr. Oliver Meier (Berlin/Hamburg)
Politologe, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg, Internationaler Repräsentant der Arms Control Association

Dr. David Franz (USA)
National Science Advisory Board for Biosecurity

Prof. Ralf Wagner (Regensburg)
Gründer der Fa. Geneart, Leiter der Abteilung Mikrobiologie und Gentherapie an der Uni Regensburg

Moderation:
Marcus Franken (WPK)

Termin: Freitag 1.12.06, 17:00-18:30 Uhr
Ort: Katholische Akademie Berlin, Hannoversche Str. 5, 10115 Berlin-Mitte
Tel: (030) 28 30 95-0

Der Raum ist ausgeschildert

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