Kiel / Kristineberg - Ozeanversauerung

Beim Mesokosmen-Experiment (hier: Spitzbergen) untersuchen Wissenschaftler, wie das marine Ökosystem der Arktis auf die Ozeanversauerung reagiert

Beim Mesokosmen-Experiment (hier: Spitzbergen) untersuchen Wissenschaftler, wie das marine Ökosystem der Arktis auf die Ozeanversauerung reagiertMaike Nicolai, GEOMAR

Exklusive GEOMAR-Reise für WPK-Mitglieder. Das Programm wurde in Abstimmung mit der WPK geplant und wird von GEOMAR durchgeführt.

Nach einer Einführung in die Arbeit des GEOMAR und ins Thema der Recherchereise sowie einer Besichtigung der Experimente zur Ozeanversauerung in Kiel, geht es abends auf die Fähre nach Schweden. Im Mittelpunkt steht dort das fünfmonatige Freilandexperiment im Gullmarfjord, Westschweden, wo Ende Januar 2013 zehn so genannte Mesokosmen im Fjord verankert wurden. Wie in riesigen Reagenzgläsern simulieren Forscher darin CO2-Niveaus, die sie für die nächsten Jahrzehnte erwarten. Zusammen mit GEOMAR-Wissenschaftlern, die während des Experiments am Sven Lovén Centrum für Meereswissenschaften stationiert sind, werden die Freiland- und Laborexperimente besichtigt.

Termin: Mittwoch, 10. April bis Sonnabend, 13. April 2013
Teilnehmerzahl: maximal zehn Teilnehmer (bei mehr als zehn Anmeldungen wird gelost)
Ziele: Kiel und Kristineberg (Schweden)
Anmeldung: bis Montag, 11. März 2013

Ozeanversauerung – das andere CO2-Problem

Der Ozean nimmt etwa ein Drittel des Kohlendioxids (CO2) auf, das bei der Verbrennung fossiler Energieträger entsteht – ein unschätzbarer „Service“, der den globalen Klimawandel deutlich verlangsamt. Doch chemische Reaktionen führen dazu, dass das Meerwasser saurer wird, und immer weniger Karbonat-Ionen verfügbar sind. Genau diese Moleküle benötigen jedoch viele Organismen, die ihre Schalen und Skelette aus Kalk aufbauen, beispielsweise Plankton, Muscheln oder Korallen.

Freiland- und Laborexperimente sowie Simulationen zeigen, ob sich die Meereslebewesen an den rasanten Wandel ihrer Lebensumwelt anpassen können. Doch zu welchem Preis ist diese Anpassung möglich? Wie verändert sich das Nahrungsgefüge, wenn kleinere und größere Organismen auf  die Ozeanversauerung und andere Folgen des Klimawandels reagieren? Welche ökonomischen Konsequenzen kommen beispielsweise auf die Fischereiwirtschaft zu?

Im Rahmen der Recherchereise zur Ozeanversauerung erfahren Mitglieder der Wissenschaftspressekonferenz (WPK) mehr über „das andere CO2-Problem“ und aktuelle Forschungsarbeiten. Im Mittelpunkt steht das fünfmonatige Freilandexperiment im Gullmarfjord, Westschweden. Dort wurden Ende Januar 2013 zehn so genannte Mesokosmen im Fjord verankert. In ihren etwa acht Meter hohen und zweieinhalb Meter breiten Schwimmkörpern hängen längliche, unten verschließbare Kunststoffsäcke, die eine 55 Kubikmeter große Wassersäule isolieren. Wie in riesigen Reagenzgläsern simulieren Forscher darin CO2-Niveaus, die sie für die nächsten Jahrzehnte erwarten. Vom Winter bis zum Sommer beobachten sie die Entwicklung und Produktivität der Planktongemeinschaft, Veränderungen im Nahrungsnetz, in den Stoff- und Energieumsätzen sowie in der Produktion klimaaktiver Gase. Insgesamt sind 62 Molekular-, Evolutions-, Meeres- und Fischereibiologen, Physiologen, Ökologen, Biogeochemiker und
Atmosphärenchemiker an den Forschungsarbeiten beteiligt.

Während des fünfmonatigen Experiments sind die Forscher am Sven Lovén Centrum für Meereswissenschaften stationiert.

Das Experiment findet unter dem Dach von BIOACID (Biological Impacts of Ocean ACIDification, Biologische Folgen der Ozeanversauerung) statt, dem deutschen Verbundprojekt zur Ozeanversauerung. Wissenschaftlicher Koordinator von BIOACID ist Prof. Dr. Ulf Riebesell. Der Professor für Biologische Ozeanographie am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel wurde 2012 für seine Arbeiten zur Ozeanversauerung mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet.

Ablauf:
10. April:
10 Uhr: Treffen am GEOMAR, Standort Ostufer
Einführung in die Arbeit des GEOMAR und ins Thema der Recherchereise, Experimente zur Ozeanversauerung, Technik- und Logistikzentrum, Großgeräte
Fähr-Überfahrt nach Göteborg (18:45 Uhr)

11. April: Ankunft in Göteborg (9:15 Uhr), Fahrt nach Kristineberg
ab mittags Programm in Kristineberg: Rundgang auf der Station, Probennahme,
Laborarbeiten, Zeit für Interviews, Filmaufnahmen und Fotos
Übernachtung im Hotel Gullmarstrand, Fiskebäckskil

12. April: Fortsetzung des Programms in Kristineberg,
nachmittags Rückreise nach Göteborg und Überfahrt nach Kiel (18:45 Uhr)
13. April: Ankunft in Kiel (9:15 Uhr), Ende der Recherchereise

Hintergrundinformationen:
Text: Ozeanversauerung: Das andere Kohlendioxid-Problem:
www.geomar.de/entdecken/artikel/article/ozeanversauerung-das-andere-co2-problem
Film: Ozeanversauerung: Eine Lebensgemeinschaft in Auflösung:
www.geomar.de/entdecken/filme/ozeanversauerung-eine-lebensgemeinschaft-in-aufloesung
Website BIOACID: www.bioacid.de (in Überarbeitung)
Facebook: www.facebook.com/BIOACID.project
Twitter: twitter.com/BIOACID_project

Kosten:
Die Kosten für den Transport in Schweden sowie Unterkunft und Verpflegung übernehmen GEOMAR und Sven Lovén Centrum. Ihre Anreise nach Kiel sowie die Fährüberfahrt nach und von Göteborg buchen die Teilnehmer nach Erhalt der Anmeldebestätigung auf eigene Rechnung bei der Stena Line. Hierbei können Sonderkonditionen des GEOMAR genutzt werden.

Kontakt und Anmeldung:
Lynda Lich-Knight
lynda.lich-knight@wpk.org






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