Neue WISSENSWERTE-Recherchestipendien

Zum zweiten Mal bietet die TU Dortmund die WISSENSWERTE-Recherchestipendien für Medizinjournalisten an. Die Stipendien sollen dazu beitragen, das Wissen und die Recherchetiefe von jüngeren Freien Medizinjournalisten in ausgewählten journalistisch relevanten Themenfeldern zu stärken. Dazu werden 2x Recherchestipendien in Höhe von jeweils bis zu 5.500,- Euro vergeben. Ziel des Stipendiums ist es, mit einer dreimonatigen Recherche komplexe Themen durch eine innovative journalistische Herangehensweise und Umsetzung für ein breites Publikum transparent zu machen. Die Projektmittel stammen von der Robert Bosch Stiftung, die damit die Recherchekompetenzen im Medizinjournalismus fördern will.

Thema: Recherche im Reha-Markt

Gesucht werden insbesondere Recherche-Ideen zum Thema Rehabilitation und Reha-Markt in Deutschland. Die Über-, Unter- und Fehlversorgung mit Reha-Maßnahmen hat hierzulande eine hohe Bedeutung – vor allem die Überversorgung, da hier im internationalen Vergleich extrem viele Reha-Kliniken und Kurorte existieren. Doch bislang gibt es nur sehr wenige sinnvolle wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirksamkeit verschiedener Reha-Maßnahmen.Nicht zuletzt deshalb will sich der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen in seinem nächsten Gutachten im Juni 2014 mit dieser Thematik beschäftigen.

Mit den Stipendien wollen wir darum Recherchen anstoßen, die den Reha-Markt für die Öffentlichkeit transparent machen. Warum gibt es in deutschsprachigen Ländern so  viele Reha-Einrichtungen? Erreichen die Reha-Angebote die richtigen Patientinnen und Patienten? Werden zu oft stationäre und zu selten ambulante Reha-Maßnahmen angeboten? Und wie fundiert ist das Wissen um die Wirksamkeit von Reha-Maßnahmen? (Wenn Studien z.B. mehr Krankschreibungen vor einer Reha-Maßnahme als nachher feststellen, lassen sich diese evtl. auch nur darauf zurückführen, dass sich jemand mehrfach hat krankschreiben lassen, um seine „Kur“ zu bekommen. Es gibt unseres Wissens auch keine Studie, die den Effekt eines Urlaubsaufenthalts mit dem einer Reha-Maßnahme vergleicht.) Warum ist es so schwierig, moderne Rehabilitationskonzepte zu implementieren? Was sind die Herausforderungen heute in verschiedenen Bereichen der Rehabilitation – z.B. im Bereich der Orthopädie, Neurologie und Psychosomatik?  Wie könnten Menschen mit chronischen Krankheiten dauerhaft von Rehabilitationsmaßnahmen profitieren? Was weiß man über die Nebenwirkungen? Wann sind Reha-Maßnahmen wirklich integraler Bestandteil der medizinischen Versorgung?

In diesem lukrativen Markt ist vor allem das Zusammenwirken von kommerziellen Interessen und den subjektiven Bedürfnissen von Patientinnen und Patienten (die nicht immer dem objektiven Bedarf entsprechen) von Interesse – und könnte durch tiefgründige Recherchen aufgedeckt werden. 

 

Zielgruppe

Die Ausschreibung richtet sich an jüngere Freie Journalisten in Deutschland aus allen Mediengattungen, die ein entsprechendes medizinjournalistisches Thema bearbeiten wollen. Besonders freuen wir uns über Bewerbungen von Freien Journalisten, die eher noch am Anfang ihrer journalistischen Laufbahn stehen. Auch Teams aus Freien Journalisten können gemeinsam einen Antrag für ein entsprechendes Projekt stellen – ebenso Teams aus Freien und Redakteuren.

 

Bewerbung

Interessierte können sich mit ihren Recherche-Ideen bis spätestens zum 28. Februar 2014 per E-Mail bewerben. Der Bewerbung sind beizulegen: Projektskizze (max. 2 Seiten), Kosten- und Zeitplanung (max. 2 Seiten), Lebenslauf (max. 1 Seite) und 3x Arbeitsproben. Einen ausführlichen Leitfaden zur Antragstellung finden Sie im Netz auf der Seite www.wissenswerte-bremen.de/Downloads.

 

Jury

Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt durch eine Jury mit renommierten Wissenschaftsredakteuren: Dr. Regina Oehler (hr2/VMWJ), Dr. Astrid Viciano (Freie Journalistin, ehem. STERN), Dr. Hartmut Wewetzer (Tagesspiegel), Markus Grill (SPIEGEL) und Prof. Holger Wormer (Lehrstuhl Wissenschaftsjournalismus, TU Dortmund) sichten die eingehenden Bewerbungen und suchen Mitte März 2014 die vielversprechendsten Bewerber aus, die anschließend drei Monate Zeit für die intensive Tiefenrecherche haben. Ausschlaggebend sind folgende Kriterien: Originalität und Relevanz des Themas, Eignung des vorgesehenen journalistischen Formats, Aufwand der Recherche und Plausibilität der Kosten- und Zeitplanung

 

WISSENSWERTE-Recherche-Workshop

Die Stipendiaten sollen ihre Rechercheergebnisse schließlich auf der Fachkonferenz WISSENSWERTE am 24.-26. November 2014 in Magdeburg vorstellen. Dort findet in Zusammenarbeit mit dem Verband der Medizin- und Wissenschaftsjournalisten (VMWJ) der nächste Recherche-Workshop für Medizinjournalisten statt, in dem ausgewiesene Experten Recherchebedarfe in ausgewählten Themenfeldern und geeignete strategische Herangehensweisen erörtern.