WPK-Jahresversammlung im Kölner Zoo: Von bedrohten Arten, Wahlgängen und besonderen Schutzmaßnahmen

Was hat der Chinesische Tigergecko, die Burmesische Sternschildkröte und der Quittenwaran mit Wissenschaftsjournalismus zu tun? Erstens: Der Kölner Zoo hilft dabei, die Populationen der selten gewordenen Arten aufzupäppeln. Es gibt erstaunliche Nachzuchterfolge – ein mögliches Thema für die journalistische Berichterstattung. Zweitens: Die Mitgliederversammlung der „WPK – Die Wissenschaftsjournalisten“ tagte am vergangenen Samstag in der Bauernstube des Kölner Zoos. Im Vorfeld führte Thomas Ziegler, Kurator des Aquariums im Kölner Zoo, die KollegInnen hinter die Kulissen und erläuterte ihnen das moderne Konzept des Zoos – weg vom Tiergefängnis, hin zum Zentrum und Bewahrer der Artenvielfalt.

Thomas Ziegler präsentiert Nachzuchten der Burmesischen Sternschildkröte

Gelbgebänderter Philippinen-Bindenwaran

Drittens: Auch (Wissenschafts-)JournalistInnen gehören zu einer gefährdeten Spezies. Einst große Biotope in der Verlagslandschaft trocknen aus oder werden dem Erdboden gleich gemacht. Welche „Schutzmaßnahmen“ und Hilfsmöglichkeiten gibt es? Wie reagiert die WPK auf die Bedrohung?  Auch darüber diskutierten die Mitglieder am Nachmittag des 11. Mai 2019. 

Angesichts der schwierigen Situation im Journalismus - und besonders im Wissenschaftsjournalismus - hat die Mitgliederversammlung einstimmig die Idee der WPK unterstützt, eine Stiftung für Wissenschaftsjournalismus aufzubauen, um den Transformationsprozess zu gestalten. Denkbar wäre z.B. eine Anschubfinanzierung für journalistische Start-ups, die Förderung von Rechercheprojekten sowie die Finanzierung sogenannter Intermediäre nach dem Vorbild des Science Media Center (SMC). Entscheidend ist für die WPK, dass die journalistische Unabhängigkeit gewahrt bleibt - das gilt für private Geldgeber genauso wie für staatliche Mittel. Vorbild könnten zum Beispiel Forschungs- und Filmförderung oder auch Kulturstiftungen sein. 

Auf der Versammlung ging es außerdem darum, wer in den nächsten zwei Jahren die Geschicke des Verbandes leitet. Mit anderen Worten: Es fanden Vorstandswahlen statt. Martin Schneider (Vorstandsvorsitzender) und Claudia Ruby (Erste Stellvertreterin) wurden mit großer Mehrheit in ihren Ämtern bestätigt. Zweite Stellvertreterin des Vorstandsvorsitzes ist nun Nicola Kuhrt. Arndt Reuning bleibt Schatzmeister der Wissenschaftspressekonferenz. Zur neuen Schriftführerin wählten die Mitglieder Veronika Hackenbroch, Medizinredakteurin beim Spiegel. 

Der neu gewählte WPK-Vorstand: Veronika Hackenbroch, Nicola Kuhrt, Claudia Ruby, Martin Schneider, Arndt Reuning (v.l.n.r.)

Der neu gewählte WPK-Vorstand: Veronika Hackenbroch, Nicola Kuhrt, Claudia Ruby, Martin Schneider, Arndt Reuning (v.l.n.r.)


Die Mitgliederversammlung befürwortete darüber hinaus den Antrag, der Verbandssatzung einen moderneren und gendergerechten Anstrich zu verpassen. Und: Die „Wissenschafts-Pressekonferenz“ ist nun Geschichte. „WPK“ steht ab sofort für „Wissenschaftspressekonferenz“.