Kommunikation der Klimakrise: umsichtig Schocken – oder Panik verbreiten?

WPK-Hintergrundgespräch und Diskussion

Kommunikation der Klimakrise: umsichtig Schocken – oder Panik verbreiten?

mit Volker Wittpahl (iit)
am 15. April 2021 um 17.00 Uhr

 

Die vergangenen 19 Jahre sind die wärmsten seit Aufzeichnung der Wetterdaten.


Wir müssen den Fakten in die Augen sehen: Selbst wenn wir einige Klimaschutzziele erreichen sollten, ist ein radikaler Klimawandel in den kommenden Dekaden wohl nicht mehr aufzuhalten – so sehen es viele Experten. Es geht nicht mehr darum, ob wir das Pariser Klimaschutzziel von 1,5 Grad überschreiten werden, die Frage ist, wann es so weit sein wird.

Einige Modellrechnungen erwarten eine globale Erwärmung von 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter schon um 2030 und 2,0 Grad bis 2040. Das würde bedeuten, dass zum Ende dieser Dekade globale Kipppunkte ausgelöst werden könnten, die unumkehrbar sind: zum Beispiel das Abschmelzen des Grönland-Eisschildes und das globale Korallensterben. Die ökologischen Krisen führen schon jetzt zu gesellschaftlichen Konflikten.

Trotz dieser düsteren Aussichten ist und bleibt Klimaschutz essenziell. „Aber um ein friedliches Überleben der Menschheit zu garantieren, müssen wir unsere globalen Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme radikal umbauen“, mahnt Volker Wittpahl, Institutsleiter des Instituts für Innovation und Technik (iit) und Herausgeber des Themenbandes „Klima“ (Open Access)

Den Medien kommt dabei eine zentrale Rolle zu, findet Wittpahl. Sie sollten die Bürgerinnen und Bürger besser auf das vorbereiten, was da kommt. Ähnlich wie der Arzt dem Patienten eine Krankheitsdiagnose mitteilt, sollten Journalistïnnen die Fakten sachlich, transparent und verständlich benennen. Seine Hoffnung ist, dass so gesellschafts(politisches) Bewusstsein und Momentum entsteht, das die Entscheidungsträger zum gemeinsamen, umsichtigen und nachhaltigen Handeln bringt.

Wie ist unser Selbstverständnis als Journalistinnen und Journalisten bei der Berichterstattung über die Klimakrise? Sind wir die Ärzte und unser Publikum der Patient? Wie kann man die notwendigen Diskussionen anstoßen, ohne Panik zu erzeugen? Oder ist genau das notwendig, ganz im Sinne von Greta Thunberg, die den Politikern und Wirtschaftsvertretern in Davos ein „I want you to panic“ entgegenschleuderte? Wie finden wir das richtige Maß zwischen Aktivismus, Information und Verharmlosung? Müssen wir von unserer Fixierung auf die CO2-Emissionen weg, und was können wir aus der aktuellen Corona-Krise lernen?

Diese und weitere Fragen möchten wir mit Volker Wittpahl und Ihnen in einem virtuellen Forum (via Zoom) diskutieren.

 

Moderation: Claudia Ruby

Termin: Donnerstag, 15. April, 17.00 – 18.30 Uhr

Anmeldung: wpk ähd wpk punkt org