Fact-Checking: Trainingscamp für journalistische Verifikation

Auf der Suche nach dem Fehlerteufel

Auf der Suche nach dem FehlerteufelMarco Schlüter / pixelio

Irren ist menschlich, aber Faktenfehler sind peinlich – vor allem für Journalist_innen. Ein systematisches Überprüfen von Fakten verhindert zumindest die gröbsten Pannen, in manchen Fällen auch große Peinlichkeiten oder juristische Niederlagen. Was aber tun, wenn keine Dokumentationsabteilung vorhanden ist?

Selbst das eigene Fact-Checking birgt Risiken: falsche Methodik, schlechte Quellen, ungenaue Recherche. Der Workshop zeigt, wie Journalist_innen vor der Verbreitung systematisch mögliche Fehler finden und Fakten prüfen – und so ihre Aufgabe erfüllen und sich selbst schützen können.

Dabei geht es nicht darum, wie genau man Fake News in Social Media entlarvt, mit welchen Tools sich aktuell ein Video prüfen lässt, welche Finessen der Online-Recherche möglich sind. Es geht um mehr: Gemeinsam wollen wir einen Tag lang unser Sensorium für Richtigkeit schärfen.

Denn professioneller Journalismus braucht professionelle Qualitätssicherung. Und so wie Musiker_innen in vielen Tausenden von Stunden ihr Gehör trainieren, Sportler_innen ihre Ausdauer, Chirurg_innen ihre Fingerfertigkeit – so müssen auch Journalist_innen ihre Sensibilität für Fakten immer wieder aufs Neue stärken.

Lernziele:

Nach dem Seminar kennen Teilnehmer_innen …

•             Typologie der Irreführung – und was man dagegen tun kann

•             Strategien und Tricks für das Handwerk der Verifikation

•             Best Practices aus großen Medienorganisationen

•             Übungen, um die Sensibilität für Korrektur zu schärfen

•             Wege, die eigene Arbeitsweise noch mehr auf Richtigkeit auszurichten

Referent: Bertram Weiß (Twitter @BerWeiss) ist Redakteur und Autor von GEO; eine der letzten Redaktionen in Deutschland, in der Schreiben und Faktenprüfung unterschiedliche Arbeitsschritte von verschiedenen Redakteur_innen sind. Nach seinem Studium der Biologie, Journalistik und Kommunikationswissenschaft organisierte er für die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche und DER SPIEGEL die erste Fachkonferenz zur journalistischen Faktenprüfung – noch bevor „Fact Checking“ oder „Fake News“ als Vokabeln in Deutschland bekannt waren und sich das IFCN gründete, das International Fact Checking Network. 

Teilnahme: Die Teilnehmerzahl ist auf 15 Personen begrenzt. Für WPK-Mitglieder und -Freunde ist der Workshop kostenlos. Nicht-Mitglieder zahlen für das Seminar 180 Euro.
Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit RiffReporter, Genossenschaft für freien Journalismus und 2017 Veranstalter der Konferenz „Zukunft der Fakten“ (https://www.riffreporter.de/konferenz-zukunft-der-fakten/)

Termin: Freitag, 19. Oktober 2018, 10.00 – 17.00 Uhr

Ort: Hauptgebäude der Universität Hamburg, Edmund-Siemers-Allee 1, 20146 Hamburg

Anmeldung: Bei Interesse melden Sie sich bitte bis zum 16. Oktober 2018 per E-Mail an: christian.esser@wpk.org